Notübernachtung schließt mit positiver Bilanz

Mit dem Ende der Berliner Kältehilfe schloss auch unsere Notübernachtung Rathenower Straße am 30.04.2021. Seit 2015 bieten wir jedes Jahr eine Notübernachtung an, in diesem Winter war allerdings vieles anders als in den Jahren zuvor.

Neu waren nicht nur die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, sondern auch, dass die Notübernachtung ausschließlich für Frauen geöffnet war. Die insgesamt 15 Plätze wurden gut genutzt und Stimmung war insgesamt sehr friedlich.

Hygienekonzept, verringerte Platzzahl und Schnelltests
Nachdem das Ende der Kältehilfesaison 2019/2020 durch den unerwarteten Beginn der Corona-Pandemie viel Improvisationsgeschick erforderte, konnten wir über den Sommer ein Hygienekonzept entwickeln. So starteten die Kolleg*innen am 01.10. mit verringerter Platzzahl, klaren Abstandsregeln und Desinfektionsplänen. Im Laufe des Winters kamen noch Schnelltests für hinzu, die durch den ASB durchgeführt wurden. Und zum Abschluss erhielten alle Frauen noch die Möglichkeit, sich in einer der nahe gelegenen Impfinseln impfen zu lassen.

Sonntag wurde Ruhetag und es gab tierischen Besuch
Zum ersten Mal gab es in der Rathenower Straße die Möglichkeit, Haustiere mitzubringen. Das Angebot wurde gut genutzt und die tierischen Gäste in Form von mehreren Hunden und einer Katze haben sich alle gut benommen. Eine weitere Neuerung war, dass die Frauen die Möglichkeit erhielten sonntags auch tagsüber in der Unterkunft bleiben zu können. „Viele Frauen haben es als Segen bezeichnet, mal ausschlafen zu können, sich nicht den ganzen Tag auf die Suche nach warmen Räumen machen zu müssen und auch mal Zeit zu haben, Anträge oder ähnliches auszufüllen“, sagt Isabelle Ponesicky, die die Unterkunft in dieser Saison koordiniert hat.

Gute Weitervermittlung in andere Hilfen
Nicht nur die Öffnung am Sonntag, sondern auch die verringerte Platzzahl hat insbesondere dazu geführt, dass die Sozialberatung ausgebaut werden konnte. Ein besonderer Erfolg war, dass eine Frau durch die Vermittlung in eine andere Hilfe sehr zügig wieder in eigenen Wohnraum ziehen konnte. Aber auch bei den anderen Frauen hat sich das Team sehr dafür eingesetzt, dass eine Weitervermittlung klappt. Zum Ende konnten nun nahezu alle Frauen in ganzjährigen Notunterkünften oder anderen Hilfen untergebracht werden.

Suche nach neuen Räumlichkeiten
Damit endet für uns diese Kältehilfeperiode mit einer durchaus positiven Bilanz. Ein für uns guter Abschluss, denn die Räumlichkeiten werden uns im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Aktuell sind wir deshalb auf der Suche nach neuen geeigneten Räumen, um zum Winterbeginn 2021 wieder eine Notübernachtung anbieten zu können. Zum Abschluss wollen wir uns noch einmal bei der Gesellschaft für Stadtentwicklung für die gute Zusammenarbeit in den letzten vier Wintern bedanken.

Ein Riesendank geht auch an das gesamte Team der Notübernachtung Rathenower Straße, die auch in dieser Saison unglaublichen Einsatz, Flexibilität und Engagement gezeigt haben. Und natürlich Danke an alle, die uns mit Spenden unterstützt haben!