Rucksack-Pat*innen gesucht!

Gestern wurde das neueste Designprojekt aus dem Rambler Studio vorgestellt. Der Rambler Backpack ist ein Multifunktions-Outdoor-Rucksack, der speziell auf die Bedürfnisse von obdachlosen Menschen zugeschnitten ist. Er wurde im Studio von Menschen entwickelt, die selbst Obdachlosigkeit erfahren haben.

 

Ein Rucksack für das Leben auf der Straße

„Handelsübliche Taschen und Rucksäcke erfüllen häufig nicht die Anforderungen wohnungsloser Menschen. Da wir im Rambler Studio zusammen mit wohnungslosen Menschen Kleidung designen, war es naheliegend einen Rucksack für das Leben auf der Straße zu entwerfen“, erzählte Sarah Skala, Leitung des Rambler Studios Berlin, bei der gestrigen Vorstellung des Rucksacks. Fast ein jahr lang haben die Teilnehmenden gemeinsam mit der Designerin des Studios, Lisa Steinert, ihre eigenen Erfahrungen von Obdachlosigkeit eingebracht und einen komplexen Multifunktions-Outdoor-Rucksack entworfen, entwickelt und ausgearbeitet. Ziel  des Projekts war es, nicht nur einen Rucksack für Betroffene von Obdach- und Wohnungslosigkeit zu entwickeln, sondern gemeinsam mit ihnen. Betroffene berichten häufig von der Erfahrung, übergangen und in ihren Wünschen und Bedürfnissen nicht ausreichend gehört zu werden. Entstanden sind ein Prototyp sowie vier weitere handgefertigte Rucksäcke, die die Teilnehmenden des Projekts selbst nutzen.

 

Erstes Etappenziel: Die Produktion von 3000 Rucksäcken

Bei einem Werkstattbesuch, bei dem auch Ursula Schön, die neue Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Berlin vor Ort war, wurde gestern das Ergebnis präsentiert. Die Teilnehmenden berichteten vom Entstehungsprozess und stellten die unterschiedlichen Features des Rucksacks vor. „Es ist nicht die Absicht des Projekts, mit dem Rucksack den Verbleib auf der Straße zu fördern, sondern obdachlosen Menschen eine Erleichterung in ihrem sowieso schon schwierigen Alltag zu bieten“, stellte Ina Zimmermann klar, die ebenfalls an dem Termin teilnahm. Sie ist Referentin für Wohnungslosenhilfe und Soziale Dienste beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg, von dem das Projekt finanziell gefördert wurde. Auch Frank Zander und sein Team von „Frank hilft!“ waren von dem Projekt begeistert und entschieden sich, den Rambler Backpack finanziell zu unterstützen, um die Entwicklung des Designs und die Anfertigung von fünf Prototypen zu ermöglichen. Nun soll das Projekt weitergeführt werden. Erstes Etappenziel: Die Produktion von 3000 Rucksäcken, um diese kostenlos an obdachlose Menschen in Berlin zu verteilen. Eine geeignete Produktionsstätte ist bereits gefunden. Jetzt sucht das Projekt Berliner*innen und Unternehmen, die das Projekt finanziell unterstützen möchten.

Mehr Informationen zum Rambler Backpack gibt es hier.

 

 


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