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Nacht der Solidarität – Tag der Resultate

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Obdachlosenzählung in ganz Berlin um zukünftig gezielter helfen zu können.

Erstmalig in Deutschland und nach dem Vorbild von Paris und New York, wurden auf der Straße lebende Obdachlose gezählt. Mit insgesamt 2741 freiwilligen, ehrenamtlichen Helfer*innen, konntedie groß angelegte Aktion gelingen. In der "Nacht der Solidarität" vom 29. auf den 30. Januar wurden in Berlin erstmals die obdachlosen Menschen gezählt. Mit der Zählung wurde den Forderungen von Wohlfahrtsverbänden, Initiativen und sozialen Einrichtungen, erstmalig Rechnung getragen. Heute gab es die Resultate: Gezählt wurden insgesamt 1.976 Menschen, davon u.a. 942 in Einrichtungen der Kältehilfe, 807 direkt auf der Straße und 158 in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit diesem Tag beginnt das Ringen um diese Ergebnisse. Sie liegen deutlich unterhalb bisheriger Schätzungen, die von rd. 4.000 bis 10.000 akut obdachlosen Menschen ausgehen. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass es viele Menschen gibt, die zwar keine Wohnung haben und oft zeitweise bei Freunden oder Bekannten unterkommen. Diese Menschen fallen leider durch das Raster, obwohl sie ebenso Unterstützung für die Existenzsicherung benötigen.

Die Senatorin Elke Breitenbach zeigt sich mit einem persönlichen Dankesgruß an alle Helfenden:

"Mit Unterstützung von 2.741 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern hat Berlin in dieser Nacht gezeigt, dass wir mit obdachlosen Menschen solidarisch sind. Für das großartige Engagement der Freiwilligen bedanke ich mich aus vollem Herzen – und hoffe auch für die nächste Zählung im Frühjahr/Sommer 2021 auf die Solidarität und das Engagement der Stadtgesellschaft. Auf Grundlage der nun vorliegenden Zahlen wird Berlin seine Hilfe- und Beratungsangebote bedarfsgerecht anpassen. Unser Ziel: Niemand soll auf der Straße leben müssen!" (Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales)

In der Pressemitteilung der Senatsverwaltung wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass nur die sichtbar im öffentlich zugänglichen Raum lebenden Menschen an einem Stichtag erfasst werden konnten. Insofern kennen wir nun wohl die Unterkante, aber weder Dunkelziffer noch tatsächliche Zahl.

Die Zählung obdachloser Menschen kann als Teil einer umfassenden Statistik und einer längerfristigen Strategie eine wichtige Grundlage bilden, um zukünftig wirksamer helfen zu können. Wir hoffen, dass dies im Fokus der weiteren Aus-wertung stehen wird und wir gemeinsam konkrete Verbesserungsmaßnahmen ableiten können!