Reiseberichte: Pädagogische Freizeitreisen

Seit 2013 veranstalten wir im Rahmen der Jugendhilfe regelmäßig Gruppenreisen zu verschiedenen Zielen in ganz Deutschland.

Unter dem Motto „Gemeinsam reisen und die Welt mit anderen Augen sehen“ sollen junge Menschen die Gelegenheit bekommen, neue Orte, Aktivitäten und Menschen kennenzulernen. Neben Spaß, Erholung und Erlebnissen ist das Ziel der pädagogischen Gruppenreisen Zuwachs an Selbst- und Sozialkompetenzen, die für die jungen Menschen auch im Alltag anwendbar sind. Zu jeder Reise haben wir einen kurzen Bericht verfasst.

Die Reisen werden unter anderem mithilfe von Stiftungsmitteln der Erwin Fey Stiftung Berlin finanziert, die uns seit 2015 unterstützen. Herzlichen Dank!


Junge Männer auf Bäumen und in der Küche: Pädagogische Freizeitreise 2017

 

1000 und 15 Meter

Gespannt verfolgen die Teilnehmer der Pädagogischen Freizeitreise die Anweisungen der Trainerin. Gleich werden sie einen 15 Meter hohen Baum erklettern, mit dem Big Swing frei hinüberschweben zu einem anderen Baum und sich von dort wieder abseilen.

Im eintausend Meter hoch gelegenen Haidmühle im Bayerischen Wald gehörten die Kletterevents zweifellos zu den Highlights des achttägigen Aufenthaltes. Das Wetter ließ - nicht selbstverständlich dieses Jahr - an fast jedem Tag spannende Outdoor-Aktivitäten zu.

Acht junge Teilnehmer zwischen 16 und 17 Jahren und zwei Mitarbeitende der Neuen Chance nutzten dies für ausgedehnte Wanderungen und eine Übernachtung im Wald, für Schwimmen und Fußball, für lange Abende und intensive Gespräche am Lagerfeuer.

Drei-Gänge-Menüs aus vier Nationen

Besonders auffällig fanden unsere Mitarbeitenden in diesem Jahr, wie zugewandt und hilfsbereit die Teilnehmer miteinander umgegangen sind. In einer sehr familiären Atmosphäre gab es nur wenige Konflikte und waren kaum stärkere gruppenpädagogische Interventionen notwendig.

Die Teilnehmer kamen aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien und Pakistan. Im Feriencamp setzte die Gruppe überwiegend auf Selbstversorgung. Gemeinsam planten und kochten die jungen Männer internationale Gerichte - und gemeinsam erledigten sie auch die weniger beliebten Küchendienste nach dem Essen. Schon auf der Rückfahrt nach Berlin wurde eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, auf der seitdem alle Teilnehmenden miteinander kommunizieren.

 


Harz 4: Pädagogische Freizeitreise 2016

 

Naturnahes Leben und Treiben

Auch dieses Jahr konnte unsere Jugend-Reisegruppe fast die ganze Zeit in der freien Natur verbringen: Wandern, Klettern, Schwimmen, Bogenschießen, Seilbahnfahren - abends gemeinsames Kochen, Spielen und schon wieder Planen für den nächsten Tag draußen.

Und beeindruckte schon die neuntägige Unterbringung im Feriencamp bei Braunlage durch die Nähe zur Natur, so konnte unsere Gruppe im "Hexenhaus" auch noch erleben, wie sich einen Tag und eine Nacht lang ohne Strom und Wasser, mit kargen mitgebrachten Vorräten, mitten im Harzer Wald auskommen lässt.

Multikulturelles Leben und Lernen

Die diesmal besonders heterogene Gruppe - fünf deutsche Jugendliche und drei junge Geflüchtete - benötigte für das Zusammenfinden zwei Tage und eine einzelne intensive Gruppensitzung. Danach, so unsere beiden begleitenden Fachkräfte, ging es nur noch aufwärts - mit Neugier auf das Fremde, Toleranz für das Andere und gegenseitiger Unterstützung bei den anspruchsvollen Aktivitäten.

 


Eine Nummer größer als in den Vorjahren: Pädagogische Freizeitreise 2015

 

Alle guten Dinge sind 13

Mit dreizehn jungen Menschen und drei Fachkräften eine doppelt so große Gruppe - und mit acht Tagen im Waldhaus am Schweriner See ein deutlich längerer und intensiverer Aufenthalt. Dem Verständnis, den Beziehungen und der Dynamik in der Gruppe hat es nicht geschadet.

Ein Mix aus Herausforderung und Entspannung

Vor Ort ein anspruchsvolles und vielfältiges Aktiv-Programm: Klettern und Sichern im Hochseilgarten, auf Bäumen und auf Cola-Kisten - Fahrt über den See auf einem selbstgebauten Floß - Lernen mit Kopf, Herz und Hand...

Und auch das Entspannungs-Programm absolut outdoor: Übernachtung unter freiem Himmel in einem selbstgebauten Camp - Lagerfeuer mit Stockbrot und Gitarre - nach draußen gehen, um innen anzukommen...

Ob und wo genau alle angekommen sind, wissen wir nicht wirklich. Aber Spaß hatten wir alle reichlich!

 


Hamburg ist 'ne Reise wert: Pädagogische Freizeitreise 2014

 

Das erste Mal Theater, Restaurant und Meer

"In den wenigen Tagen einer solchen Reise passiert eine so positive Entwicklung wie sonst in vielen Wochen der normalen Betreuung." So beschreibt Gabriele Hoch, Mitarbeiterin unseres Standortes Danckelmannstraße, ihre Erfahrung mit den pädagogisch begleiteten Jugendreisen. Auch dieses Jahr, wo es nicht ins Grüne, sondern mit sechs Jugendlichen und zwei Betreuerinnen für vier Tage nach Hamburg ging, haben sich diese positiven Effekte voll bestätigt. Es ist erstaunlich, wie viele der von uns betreuten Jugendlichen noch niemals in einem Theater, in einem richtigen Restaurant oder am Meer waren.

In Hamburg wurden selbstverständlich sowohl angesagte Kulturevents als auch ein traditionelles Fischrestaurant besucht - und als "Tor zur Welt" bietet der Hamburger Hafen doch zumindest das Ambiente und den Geruch der weiten Weltmeere.

Offen für Neues

Beeindruckend waren die Offenheit und Begeisterung, mit der die Jugendlichen die vielen Eindrücke und Erlebnisse aufnahmen, miteinander diskutierten und in Zusammenhang mit ihren eigenen Lebenssituationen brachten. "Von der Reise und der Gruppe werden für den Einzelnen vor allem die zwischenmenschlichen Kompetenzen und die persönliche Selbstreflexion herausgefordert und gefördert."

Damit fasst Janet Wimmel, Mitarbeiterin unseres Standortes Müllerstraße, noch einmal die sozialen Wirkfaktoren zusammen: Einen Platz in der Gruppe finden, eine unpassende Rolle auch wieder verändern können, etwas Authentisches von sich zeigen und dies auch bei anderen akzeptieren... Die in Hamburg zwischen den Jugendlichen entstandenen Kontakte wurden übrigens auch nach der Reise überwiegend aufrecht erhalten.

 


Ab ans Selker Noor: Pädagogische Freizeitreise 2013

 

Die erste pädagogische Freizeitreise für den Jugendhilfebereich der Neuen Chance führte nach Schleswig-Holstein, nahe an die Ostsee und die Grenze nach Dänemark. Im Jugendzeltlager Selker Noor stimmte so ziemlich alles: Wetter und Ambiente, Verpflegung und Unterkunft, nordische Gastfreundschaft - und natürlich der zum Gelände gehörende See mit Stränden und Wasserrutsche, in dem wir gleich am Ankunftsabend das erste Bad nahmen.

Action und Abhängen - die Mischung macht´s

Viel Sport zu Wasser und an Land war angesagt: Segeln auf kleinen Jollen und großem Boot, Rudern und Schwimmen, Reiten und Trampolinspringen, Klettern im Hochseilgarten - die Mädels hierbei ganz weit vorn...Zwischendurch dann schön relaxen: beim Grillen am Strand, mit Gitarre am Lagerfeuer, in der Mittagssonne auf dem Boot - die Jungens lassen sich mal einfach treiben...

Hansapark bei Lübeck - ein schicker Abschluss

Ein kleiner Insider-Tip: Wenn man in der Achterbahn nicht die Augen zumacht, hat man einen tollen Ausblick auf die Lübecker Bucht. Auch wenn uns auf dieser Reise vor allem die Natur begeistert hat, war der Ausflug in den Hansapark am letzten Tag ein echtes Highlight.

Unsere Gruppe war nicht immer einer Meinung, hat aber im Verlauf der Reise ganz gut zueinander gefunden. Alle, die dabei waren, möchten nächstes Jahr wieder verreisen - wer weiß, vielleicht sogar nochmal gemeinsam...

 


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